Was soll ich bei einem Fotoshooting anziehen?
Dies ist wohl eine der am häufigsten gestellte Frage meiner Kunden. Dazu habe ich zusätzlich ein FAQ gemacht. Die Antwort findest du hier Photorebi FAQ.
In diesem Beitrag möchte ich aber die gegengesetzte Frage behandeln, da ich dies mindestens so wichtig finde und nichtbeachtet zu ärger beim Bilder anschauen führt.
Welche Outfitfehler kann ich vermeiden?
Hier kommen die 3 häufigsten Probleme und Fehler:
1. Handy in der Hosentasche
Kürzlich hatte ich ein rundum sehr gelungenes Familienshooting mit einer wunderschönen Familie.
2 Generationen mit insgesamt 10 Personen. Doch Schreck, erst beim bearbeiten der Bilder habe ich auf einem der Bilder entdeckt, dass einer der jungen Männer sein Handy in der Hosentasche hatte. Seit längerem ist dies bei mir Standardprozedere, alle Kunden gleich vorab ihre Handys aus den Hosentaschen holen zu lassen. Irgendwie hat sich da aber das Telefon mitten im Shooting wieder in die besagte Hosentasche geschlichen und ist nun auf einer Reihe von Fotos verewigt.
Was ist denn das Problem an sichtbaren Handys in Taschen?
Naja, grundsätzlich ist unser Auge sehr gut darin Unregelmässigkeiten in Geschehnissen und eben auch Bildern zu erkennen. Dies erregt immer die Aufmerksamkeit von unserem Blick. In der Bildkompositionslehre spricht man oft vom «Bildwichtigen Bereich» (hier eine gute Erklärung dazu). Das Auge muss geführt werden, denn wir schauen automatisch auf dominante Objekte oder Bildbereiche. Wenn also das Hosenbein durch die Hosentasche unnatürlich und kantig absteht, ist dies extrem Auffällig und unser Blick fällt unangenehm schnell – durch diesen ungewollten Blicktrigger – auf den Schrittbereich. Für alle beteiligten irgendwie befremdlich bei solchen Familien oder Hochzeitsfotos.
unser Blick fällt unangenehm schnell – durch diesen ungewollten Blicktrigger – auf den Schrittbereich
2. Was ist ein Moiré-Effekt
Dies wirst du dich irgendwann einmal Fragen, nachdem du dich intensiv mit den Bildirritationen in deinem geliebten gestreiften Hemd auseinander gesetzt hast. An dieser Stelle sei kurz angemerkt, dass nicht immer ein Moiré-Effekt entsteht, sobald du ein feingestreiftes Hemd oder Klein anziehst und dich dann fotografieren lässt. ABER es kann. Was genau ein Moiré-Effekt ist und die verschiedenen Ursachen davon zu erläutern würde diesen Artikel ausufern lassen. Hier gibts dazu mehr zu lesen für interessierte und betroffene. Moiré-Effekt
Dieses Thema möchte ich nur anschneiden, damit du, wenn dein Kleinerschrank fast nur Kleidungsstücke mit feinen Mustern mit vielen Wiederholungen hergibt, dich diesbezüglich informieren kannst.
Mein Tipp: Wenn du die Auswahl hast, dann lass dein Karo- oder feingestreiftes Hemd lieber fürs Shooting zu Hause.
3. keine Fashion Experimente
Bitte nutze nicht dein erstes Fotoshooting für gewagte neue Fashion Experimente. Das selbe soll auch für Logos und Markenkleider gelten, ihren Brandschriftzug protzig auf die Kleider sticken.
Ja dein Kleid mag schön und teuer sein, aber grosse Logos, Schriftzüge oder sehr auffällige Farben und Muster lenken in aller Regel von dir ab. Bei Menschenfotografie soll die Person ganz zur Geltung kommen und Auffallen. Wenn unser Auge zu sehr von der Kleidung abgelenkt wird, dann verliert das Bild an Aussage. Der Betrachter nimmt unterbewusst zu viele unterschiedliche gleichwertige Elemente im Bild wahr. So stehst nicht mehr du im Fokus, sondern evtl. deine Kleidung. So wird aus deinem Familienshooting plötzlich ein Werbeshooting für eine Brand.
Achtet bei einem Fotoshooting mit mehreren Personen auch darauf, dass ihr euch in eurem Outfit etwas abstimmt. Es sollen ja meist (ausser bei Hochzeiten) alle Personen gleichwertig wahrgenommen werden.
De Tipp mitem Handy isch wükli underrated, mer gsehts zu oft au uf Hochziitsbilder